Mabon – die Herbst-Tagundnachtgleiche: Zeit für Dankbarkeit, Ernte und Loslassen

Veröffentlicht am 22. September 2026 um 05:40

Der Sommer verabschiedet sich langsam. Die Tage werden kürzer, die Abende kühler und die Natur beginnt, sich zurückzuziehen. Genau in diese besondere Zeit fällt Mabon, das Fest der Herbst-Tagundnachtgleiche.

Für mich ist Mabon eine Einladung, einmal innezuhalten und ehrlich hinzuschauen:

Was habe ich in diesem Jahr bereits erreicht? Was darf ich wertschätzen? Und was darf ich jetzt loslassen, damit wieder Platz für Neues entsteht?

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist dabei nicht einfach nur ein Datum im Kalender. Sie kann ein wunderbarer persönlicher Wendepunkt sein.

Was ist Mabon?

Mabon wird im modernen Jahreskreis meist mit der Herbst-Tagundnachtgleiche verbunden. Astronomisch markiert die Tagundnachtgleiche den Zeitpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator überquert und auf der Nordhalbkugel der astronomische Herbst beginnt.

Im Jahr 2026 findet die Herbst-Tagundnachtgleiche am 23. September statt. In Österreich ist der exakte astronomische Zeitpunkt in der Nacht um 2:05 Uhr.

Der Name Mabon ist allerdings nicht einfach die alte Bezeichnung eines überlieferten keltischen Festes. Die heutige Verwendung von „Mabon“ als Bezeichnung für ein Jahreskreisfest ist wesentlich jünger. Gerade deshalb finde ich es wichtig, Spiritualität nicht mit irgendwelchen vermeintlich uralten Wahrheiten auszuschmücken.

Für mich steht vielmehr die Symbolik der Herbst-Tagundnachtgleiche im Mittelpunkt.

Und die hat einiges zu erzählen.

Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit

Zur Tagundnachtgleiche stehen Licht und Dunkelheit sinngemäß im Gleichgewicht.

Danach gewinnt die Dunkelheit immer mehr Raum.

Und vielleicht ist genau das die Botschaft, die wir im Alltag manchmal vergessen:

Nicht alles muss ständig wachsen.

Wir leben in einer Welt, in der es oft darum geht, mehr zu erreichen, schneller zu werden, produktiver zu sein und immer noch ein Ziel obendrauf zu setzen.

Die Natur macht es anders.

Sie zeigt uns im Herbst, dass auch Rückzug dazugehört.

Die Bäume lassen ihre Blätter los. Die Felder geben ihre Ernte her. Die Tage werden kürzer. Die Natur wird stiller.

Und nichts davon bedeutet Stillstand.

Es bedeutet Veränderung.

Mabon und die persönliche Ernte

Wenn ich von „Ernte“ spreche, meine ich nicht nur berufliche Erfolge oder Dinge, die man vorzeigen kann.

Vielleicht hast du in diesem Jahr gelernt, eine Grenze zu setzen.

Vielleicht hast du dich aus einer Situation gelöst, die dir schon lange nicht mehr gutgetan hat.

Vielleicht hast du eine Entscheidung getroffen, vor der du dich lange gedrückt hast.

Vielleicht hast du gelernt, dich selbst wieder ein Stück ernster zu nehmen.

Oder vielleicht bist du einfach noch nicht dort angekommen, wo du gerne wärst.

Auch das darf sein.

Mabon lädt nicht dazu ein, sich eine perfekte Erfolgsbilanz zusammenzubasteln.

Es geht vielmehr darum, ehrlich zu fragen:

Was ist in meinem Leben gewachsen?

Und genauso wichtig:

Was möchte ich nicht mehr mit in die nächste Jahreszeit nehmen?

Was darfst du loslassen?

Loslassen klingt immer so schön.

In der Realität ist es manchmal verdammt schwierig.

Denn wir wissen oft ganz genau, was uns nicht mehr guttut – und halten trotzdem daran fest.

An einer Beziehung. An einer alten Vorstellung. An Erwartungen anderer Menschen. An Schuldgefühlen. An einer vergangenen Entscheidung. Oder an der Hoffnung, dass jemand endlich so wird, wie wir ihn gerne hätten.

Mabon kann ein guter Zeitpunkt sein, um genau hinzusehen.

Nicht mit Druck.

Nicht nach dem Motto „Bis heute Abend muss ich mein komplettes Leben verändert haben“.

Sondern mit einer einfachen Frage:

Was darf gehen, damit ich wieder mehr bei mir ankomme?

Ein kleines Mabon-Ritual für dich

Du brauchst dafür kein aufwendiges Ritual.

Suche dir einen ruhigen Platz und stelle eine Kerze auf. Wenn du möchtest, kannst du dazu etwas aus der Natur legen – zum Beispiel einen Apfel, eine Kastanie, ein paar Herbstblätter oder Kräuter.

Dann nimm dir ein paar Minuten Zeit.

Schreibe drei Dinge auf:

1. Dafür bin ich dankbar.Was hat dir dieses Jahr gutgetan?

2. Darauf bin ich stolz.Was hast du geschafft, auch wenn es vielleicht niemand gesehen hat?

3. Das darf ich loslassen.Was möchtest du nicht länger festhalten?

Lies dir deine Antworten in Ruhe durch.

Den Zettel mit dem, was du loslassen möchtest, kannst du anschließend zerreißen und entsorgen. Du musst nichts verbrennen – ein Ritual funktioniert nicht besser, nur weil irgendwo eine Flamme lodert. 😉

Wichtig ist die bewusste Entscheidung dahinter.

Vielleicht ist Mabon genau dein Moment zum Innehalten

Der Herbst fragt uns nicht, ob wir schon alles erledigt haben.

Er kommt einfach.

Und vielleicht dürfen wir genau davon etwas lernen.

Du musst nicht alles festhalten. Du musst nicht alles verstehen. Du musst nicht heute schon wissen, wie dein nächster Schritt aussieht.

Aber du darfst einmal stehen bleiben.

Zurückblicken.

Deine persönliche Ernte anschauen.

Dankbar sein für das, was gewachsen ist.

Und dann entscheiden, was du loslassen möchtest.

Denn jede Weggabelung ist auch eine Möglichkeit, eine neue Richtung einzuschlagen.

Vielleicht ist Mabon deshalb weniger ein Fest des Endes als ein stiller Übergang.

Und vielleicht beginnt genau hier etwas Neues.

Und wenn du gerade selbst an einer Weggabelung stehst …

Vielleicht gibt es in deinem Leben gerade eine Frage, auf die du allein keine klare Antwort findest.

Beim Kartenlegen in Feldbach oder online schaue ich gemeinsam mit dir auf deine Situation und mögliche Entwicklungen. Nicht, um dir Entscheidungen abzunehmen, sondern um neue Perspektiven zu eröffnen und das sichtbar zu machen, was vielleicht bisher im Hintergrund geblieben ist.

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Dabei geht es mir nicht um große Versprechen oder darum, dir deine Entscheidungen abzunehmen.

Ich möchte dir einen Raum geben, in dem du offen über das sprechen kannst, was dich beschäftigt – ehrlich, intuitiv, mit Herz, aber auch mit einer guten Portion gesundem Menschenverstand.

Denn Spiritualität darf meiner Meinung nach beides sein:

magisch und bodenständig.

Mabon erinnert uns an etwas ganz Einfaches:

Nicht alles, was einmal zu unserem Leben gehört hat, muss auch mit uns weitergehen.

Manches darf bleiben. Manches darf sich verändern und manches darf einfach gehen.

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, deine eigene Ernte anzuschauen – und bewusst zu entscheiden, was du mit in die nächste Jahreszeit nehmen möchtest.

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