Wenn du heute durch Feldbach und die Südoststeiermark fährst, ist es zunächst schwer vorstellbar, dass diese Landschaft einmal Schauplatz eines der größten Hexenprozesse der Steiermark war. Heute sehen wir Weinberge, Hügel, Dörfer, Wälder und die Riegersburg.
Damals sahen die Menschen dieselbe Landschaft – aber mit einer völlig anderen Vorstellung von der Welt.
Unwetter konnten zu einem Verdacht führen.
Krankheiten konnten als Zauberei erklärt werden.
Und aus einem Gerücht konnte eine Anklage werden.
Feldbach war der Schauplatz des Prozesses
Der große Feldbacher Hexenprozess dauerte von 1673 bis 1675.
Das Landgericht Feldbach war für die Prozessführung zuständig. In Feldbach selbst wurden Angeklagte unter anderem im sogenannten Hexenkeller des Taborgebäudes verwahrt. Die Stadt Feldbach nennt den Prozess in ihrer historischen Darstellung den größten steirischen Hexenprozess.
Das Taborgebäude steht noch heute.
Damit ist diese Geschichte nicht irgendwo in einem Geschichtsbuch passiert.
Sie ist hier passiert.
In Feldbach.
In unserer Region.
Und was hat die Riegersburg damit zu tun?
Die Riegersburg war damals Zentrum einer bedeutenden Herrschaft.
Der große Feldbacher Hexenprozess nahm seinen Ausgang im Gebiet der Herrschaft Riegersburg und steht eng mit den dortigen Ereignissen und Personen in Verbindung.
Besonders bekannt wurde Katharina Paldauf, die als Frau des Burgverwalters unmittelbar mit der Riegersburg verbunden war.
Deshalb gehört ihre Geschichte heute auch zum Hexenmuseum auf der Riegersburg.
Die heutige Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit einzelnen Personen, sondern mit der damaligen Geisteshaltung, mit Aberglauben, Verfolgung und den Mechanismen, durch die Menschen zu Angeklagten werden konnten.
Warum mich diese Geschichte interessiert
Vielleicht fragst du dich jetzt:
Was hat das alles mit mir und „Die Magie der Hecate“ zu tun?
Mehr, als man auf den ersten Blick denkt.
Ich beschäftige mich mit Hecate, mit alten Geschichten, Ritualen, Symbolen und der Geschichte der Hexe.
Aber gerade deshalb finde ich es wichtig, nicht einfach jede schöne Geschichte als historische Wahrheit weiterzuerzählen.
Hexengeschichte ist auch Menschheitsgeschichte.
Sie erzählt von Angst.
Von dem Bedürfnis, für etwas Unbegreifliches eine Erklärung zu finden.
Von Ausgrenzung.
Von Macht.
Von Vorurteilen.
Und davon, wie gefährlich es werden kann, wenn eine Gesellschaft einen Menschen zum Schuldigen macht.
Das ist für mich wesentlich interessanter als die Vorstellung von einer Hexe mit spitzem Hut und Besen.
Die Geschichte ist noch heute sichtbar
Wenn du in Feldbach unterwegs bist, kannst du dich mit dieser Geschichte beschäftigen.
Das Museum im Tabor erinnert an die Stadtgeschichte und auch an den Hexenprozess. Auf der Riegersburg erzählt das Hexenmuseum von den historischen Hexenverfolgungen in der Steiermark.
Und plötzlich bekommt die Region eine ganz andere Dimension.
Die Riegersburg ist nicht nur eine beeindruckende Burg.
Feldbach ist nicht nur eine Stadt.
Die Südoststeiermark ist nicht nur Vulkanland.
Unter dieser Landschaft liegt Geschichte.
Und manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Mehr über die Hexenprozesse gibt es in Teil 4
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